Mit Händen und Füssen

Sommerzeit ist Ferienzeit. Und gerade die längeren Sommerferien laden manche dazu ein, weit weg zu fliegen und sich für eine gewisse Zeit mit einer neuen Landesmentalität auseinanderzusetzen, neue Speisen zu kosten, neue Eindrücke z nsammeln und die Kommunikation in einer neuen Sprache zu versuchen.

In einer neuen Sprache – wirklich? Gehen wir da nicht eher den Weg des geringsten Widerstandes und versuchen es zuerst auf Biegen und Brechen mit englisch? Und wenn wir da nicht ans Ziel kommen – wie weiter?

Zum Glück gibt es ein paar Hilfsmittel:
·        Übersetzungs-Apps aller Art (mit mehr oder minder adäquater und grammatikalisch richtiger Übertragung von der einen in die andere Sprache)
·        Point– it Büchlein voller Abbildungen (und ohne Worte) vieler lebensnötiger Alltagsgegenstände
·        Unsere Hände, Mimik und Gestik: Je mehr wir sagen wollen desto wilder und phantasievoller wird unsere Handsprache. Und vielleicht müssen wir – zum besseren Verständnis auch mal die Füsse dazunehmen 😉 .

Wer nun aber denkt all unsere Gesten würden weltweit das gleiche ausdrücken liegt leider falsch. So bedeutet der überkreuzte Mittel- und Zeigefinger (cross your fingers) in Brasilien und Canada: „Viel Glück“, in China aber die Zahl „10“. Und unser oft gebrauchtes „Daumen hoch“ wird vielerorts als „Alles klar“ oder „1“ benutzt, ist in Afghanistan, im Irak und Iran aber eine vulgäre Beleidigung.
In der Unterstützten Kommunikation ist der Gebrauch von Gesten und Gebärden, nebst der Kommunikation mit Piktogrammen und Bildern, ein wichtiger Bestandteil. Dies einerseits für den unterstützt kommunizierenden Menschen als Ergänzung zu oder statt seiner Lautsprache. Andererseits aber auch als zusätzliches Mittel für den Kommunikationspartner. Mit Hilfe von Gesten und Gebärden zusätzlich zur Lautsprache wird seine Kommunikation klarer verständlich.

Weiteres zum Thema Gebärden:
Als Ferienlektüre oder zur Vorbereitung der nächsten Weltreise:
Julia Grosse, Judith Reker: Versteh mich nicht falsch! Gesten weltweit.
Das Handbuch. Bierke Verlag
Zum Beschnuppern einer neuen Sprache: http://www.sgb-fss.ch Die Homepage des Schweizerischen Gehörlosenbundes.

Charlotte Wandeler

Quelle: DLF Deutschschweizer Logopädinnen- und Logopädenverband

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